Foto: Gudrun Glemann im OdenwaldSeit nun 18 Jahren führe ich Menschen hinaus in die Natur.

Seit 2003 war ich als Reiseleiterin für Wander- und Naturreisen für mehrere große Reiseveranstalter auf verschiedenen Kontinenten unterwegs.

2012 gründete ich meinen eigenen Veranstalter Weitblickwandern und biete seitdem mehrtägige Naturzeiten im Odenwald an, Tageswanderungen und Einzelbegleitung in die Natur, Programme für Firmen und ganz neu seit Februar Waldzeit in Darmstadt.

Schon früh erkannte ich die Natur als meine große Kraftquelle. Aufgewachsen in einem  kleinen Dorf am Rande des Odenwaldes verbrachte ich einen großen Teil meiner Kindheit spielend in der Natur. Auch als Jugendliche zog es mich weiterhin hinaus – die Natur war der Ort, an dem ich mich am allerliebsten aufhielt, an dem ich mich verbunden, glücklich und frei fühlte und ich voller wunderbarer Inspiration und einem starken Vertrauen wieder zurück in meinen Alltag kam. Und das ist bis heute so geblieben.  

Parallel zu meinem beruflichen Weg, der im Bereich der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit zunächst in einer ganz anderen Richtung begann, beschäftigten mich  sehr intensiv die großen Fragen des Lebens wer bin ich und was will  – denn ich spürte, dass ich nicht das lebte, was ich eigentlich bin – und so begann ich schon früh, mich selbst in meinem Denken und Fühlen zu beobachten und zu hinterfragen und mein eigenes Bewusstsein zu erforschen. Erst viele Jahre später kam ich mit entsprechenden Menschen und auch Literatur zu diesen Themen in Berührung.

Bis heute ist mir die individuelle Entwicklung und die dabei einhergehende Unbegrenztheit und Vielfältigkeit des Seins sehr wichtig und es bereitet mir Freude, Menschen auf dieser Reise zu sich selbst zu inspirieren und zu begleiten – beim „Weitblickwandern“ schauen wir also nicht nur weit in die Natur und in die Landschaft, sondern Sie sind eingeladen auch „weit“ nach innen zu schauen.

Bei unseren Wanderungen lenke ich zwischendurch auch immer wieder die Aufmerksamkeit auf den Körper. Denn der Körper, der alle unsere Lebenserfahrungen speichert, ist ein großes Wunder, von dem wir sehr viel lernen können! Durch ihn erfahren wir das Leben. Er begleitet uns durch unser ganzes Leben und arbeitet permanent für uns – auch wenn wir uns dessen oft nicht bewusst sind.

Hierbei lasse ich meine Erfahrungen aus meiner körpertherapeutischen Ausbildung zur Praktikerin der Grinberg Methode miteinfließen, die ich fast drei Jahre praktizierte. Dabei konnte ich viel lernen und erkennen über das Zusammenspiel von Körper, Geist und Emotionen.

Mein Weg

Nach dem Abitur zog es mich zunächst in die Ferne, möglichst exotisch, möglichst weit weg. Nach einer ausgiebigen Mexikoreise begann ich an der Universität zu Köln Regionalwissenschaften Lateinamerika zu studieren, eine Fächerkombination aus Politik, VWL, Romanistik mit Spanisch und Portugiesisch und iberoamerikanischer Geschichte. Im Rahmen des Studiums und meiner anschließenden Tätigkeit im Bereich der internationalen Entwicklungszusammenarbeit führten mich Arbeitsaufenthalte, Praktika und Projektbesuche sowie zahlreiche Reisen in verschiedene Länder Lateinamerikas, dem frankophonen Afrika, in die USA, nach Kalifornien und später zum Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen nach New York. Ein Auslandssemester absolvierte ich in Sevilla, Spanien.

Ich zog unglaublich oft um, meistens nur mit Koffer und Rucksack und meistens auch nur monatsweise. Mein Freundeskreis zog sich quer über einen Teil des Globus und ich lebte zwischen Begeisterung, intensiven Erfahrungen, Fülle und Dankbarkeit und auf der anderen Seite einer starken Entwurzelung, den großen völlig ungeklärten  Fragen des Lebens, wer bin ich und was will ich und ungeheilten und unbewussten Verletzungen aus der Vergangenheit, die mich auch viele schwere Zeiten erleben ließen.

Als ich schon längst spürte, dass mir dieser Lebenswandel gar nicht mehr gut tat und eine große Sehnsucht nach etwas ganz anderem in mir erwachte – begann ich mit Reiseleitungen für verschiedene Anbieter.

Ich hatte aber mittlerweile wohnend in Berlin auch immer parallel dazu verschiedene Nebentätigkeiten vor Ort. Unter anderem begleitete ich einige Jahre politische Bildungsreisen der Bundestagsabgeordneten nach Berlin und führte Besuchergruppen durchs Bundeskanzleramt. Nach einem sechsmonatigen Zwischenstop auf La Gomera, wo ich als Wanderguide arbeitete, entschied ich mich schließlich, wieder naturnah zu wohnen und zog in ein kleines Dorf an den Rand des Odenwaldes.

Und hier bin ich nun und gehe mit Menschen hinaus in die Natur. Nebenberuflich unterrichte ich Deutsch als Fremdsprache an der Hochschule Darmstadt sowie bei einer großen Firma in Darmstadt.

Es gibt einen wunderbaren Satz von Bert Hellinger (Familienstellen) der besagt, „auf Umwegen lernt man die Landschaft kennen“. Und ich lernte richtig viel Landschaft kennen! Im Innen wie im Außen! So waren meine Umwege mein Weg und machten aus mir das, was ich heute bin.